Stefan Streit ist Bürgermeister

Stefan Streit ist Bürgermeister

Stefan Streit (Mitte) ist Bürgermeister von Tecklenburg. Einer der ersten Gratulanten war gestern Abend Wilfried Brönstrup. SPD-Fraktionssprecher Lothar Golde (rechts) überreichte im vollkommen überfüllten Rathaussaal Blumen.Tecklenburg – „Der Wechsel ist seit gestern Abend, 20.30 Uhr, da: Der neue Bürgermeister der Stadt heißt Stefan Streit. Mit dem sensationellen Ergebnis von fast 40 Prozent ließ er Amtsvorgänger Wilfried Brönstrup (24,3 Prozent) und Hans-Ulrich Müller (22,1 Prozent) deutlich hinter sich. Streit, seine SPD und sein Kompetenz-Team, in dem auch die Liberalen engagiert sind, haben es gepackt. Mit einer solchen Klarheit, die niemand auch nur annähernd erwarten konnte.

Zwar hang der Wahlbezirk Stiftshof Leeden bis fast 20.30 Uhr, aber schon nach spätestens sieben Bezirken war klar: Streit würde gewinnen. Kurz nach 19 Uhr lag der 35-jährige Brochterbecker nämlich schon mit mehr als zehn Prozent vor Brönstrup. Da verfolgte Streit die Wahl noch im „Drei Kronen“. Kurz vor 20 Uhr tosender Jubel unter seinen Anhängern, viele Gratulationen der politischen Gegner: Streit war, als er ins Rathaus kam, schon klarer Sieger.

„Das habe ich in der Deutlichkeit nicht erwartet. Ich bin überwältigt von der hohen Wahlbeteiligung. Die Wähler wollen den Generationswechsel. Ich möchte fair und konstruktiv mit allen zusammenarbeiten“, sagte Stefan Streit gestern. Zu Wilfried Brönstrup: „Seine Verdienste sind unumstritten.“

Während Streit, Müller, Erwin Strübbe und Klaus Schwenk den Wahl-Endspurt im Rathaussaal live, mit weit über 100 Zuschauern, verfolgten, holte sich Brönstrup die einlaufenden Ergebnisse im Vorzimmer des Wahlleiters Richard Brockmann auf den Schreibtisch. Und konnte es vermutlich kaum glauben. Erklärungsversuch: „Die Wahlen werden politischer. Der allgemeine Trend ist der SPD zuträglich.“ Durchaus möglich, dass Stefan Streit einen Teil seines fulminanten Wahlsieges den treuen SPD-Wählern verdankt. Brönstrups ausdrücklicher Dank ging an seine Leedener, wo er alle vier Bezirke holte.

Was nun, Wilfried Brönstrup? Am 21. Oktober wird der dann 66-Jährige seinen ersten Pensionstag erleben, denn der alte Rat ist noch bis 20. Oktober im Amt. Nach 48 Dienstjahren geht ein Tecklenburger Urgestein in den Ruhestand.

„Der Wahlkampf war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht. Stefan Streit und ich ergänzen uns sicherlich“, kommentierte Dieter Pasch gestern Abend den Wahlsieg des Mannes, für den er seine eigene Kandidatur zurückgezogen hatte. Das Konzept ging offensichtlich auf, der Teamgedanke hat gezogen.

Erstaunlich auch, dass Streit sogar in den Ortsteilen, die Brönstrup sicher gewähnt hatte, teils haushoch punktete. Im Dorfgemeinschaftshaus Ledde beispielsweise holte Streit sensationelle 52,6 Prozent. Und selbst Erwin Strübbe lag dort mit 19,1 Prozent sehr deutlich vor Wilfried Brönstrup.

Hat Brönstrup letztlich geschadet, dass ihn der klare Wahlverlierer, die CDU, unterstützte? Dass die Wähler ihm im Wahlkampf-Endspurt vielleicht auch noch die mögliche „Netto“-Pleite für Ledde ankreideten? Möglich. Fest steht aber: Das Wählervotum kam viel klarer, als es alle Insider vorhersagten. Einen schönen Erfolg fuhren übrigens auch die Grünen mit nun fünf Ratsmandaten ein. Die FDP hat wieder vier, die SPD elf und die CDU zehn Ratsmitglieder.

Quelle: WN vom 30.08.2009